Hundekrankenversicherung
Schütze deinen Hund vor hohen Tierarzt- und OP-Kosten – mit der Hundekrankenversicherung der DFV.
© Regine Tholen
© EvaSchütze deinen Hund vor hohen Tierarzt- und OP-Kosten – mit der Hundekrankenversicherung der DFV.
Giardien (Giardia duodenalis, auch Giardia intestinalis, Giardia lamblia) sind einzellige Parasiten, die sich im Darm des Hundes ansiedeln und dort auch vermehren. Sie gehören weltweit zu den am häufigsten vorkommenden Parasiten und befallen Hunde sowie auch Katzen, Kaninchen und Chinchillas aller Altersgruppen. Die Erreger heften sich an die Darmwand des Dünndarms und stören dort die regulären Verdauungsvorgänge der Tiere. Als tatsächliche Erkrankung zeigen sich die Parasiten allerdings meistens bei Welpen bzw. jungen Hunden im Alter von unter einem Jahr oder bei Tieren mit chronischen Vorerkrankungen.
Eine Giardien-Infektion beim Hund wird als Giardiose bezeichnet und kann eine Darmentzündung auslösen. Bei der Giardiose handelt es sich wiederum um eine sogenannte Zoonose, also um eine Erkrankung, die theoretisch auch auf den Menschen übertragen werden kann.
Mit Giardien infizierte Tiere scheiden die Zysten, das Fortpflanzungsstadium des Erregers, über den Kot aus und verbreiten die Zysten auf diese Weise in ihre Umgebung. Die Zysten überleben im Kot bis zu einer Woche, im Boden oder kaltem Wasser sogar mehrere Wochen. Andere Hunde stecken sich dann draußen beim Spaziergang oder auf engem Raum in Zwingern oder Tierheimen über den infizierten Kot mit der Giardiose an. Die Ansteckung kann aber auch durch besiedeltes Wasser, Nahrung sowie durch den direkten Kontakt zu erkrankten Tieren erfolgen – z. B. wenn infizierte Hunde abgeleckt werden. Der Kot junger infizierter Welpen ist besonders ansteckend, da er meistens große Mengen an Zysten enthält.
Insbesondere bei Welpen und Jungtieren treten oftmals folgende Symptome bei Giardien auf:
Typische Giardien-Symptome zeigen sich durch Blähungen und Durchfall. Die Konsistenz des Durchfalls ist dann schleimig, fettig, auch breiig bis wässrig. Seine Farbe ist oft gelb bis gelb-grün.
Betroffene Hunde leiden unter regelmäßig wiederkehrendem Durchfall, der mitunter stark und teilweise wässrig ist. Ebenso ist zwischendurch auch festerer, schleimüberzogener Kot möglich.
Aufgrund von Schleimhautbeimengungen kann es zu schleimigem, blutigem Kot kommen. Ebenso gibt es immer wieder Phasen, in denen der Kot normal aussieht.
Giardien-Hund-Symptome sind ebenso Appetitlosigkeit, Erbrechen und Gewichtsverlust.
Besonders aufmerksam sollten Hundebesitzer sein, wenn sich beim Tier Lustlosigkeit zeigt (Anzeichen Giardien Hund).
Mitunter tritt leichtes Fieber auf (Giardien beim Hund Symptome).
Es gibt allerdings auch Hunde, bei denen eine Giardien-Infektion vollkommen symptomlos verläuft. Diese Hunde sind aber trotzdem Träger und Ausscheider der Parasiten und können durch ihren Kot andere Hunde sowie Menschen anstecken
Tritt bei Ihrem Hund wiederholt Durchfall auf, ist es immer sinnvoll, eine Kotprobe beim Tierarzt untersuchen zu lassen. Für eine gründliche Untersuchung der Ausscheidungen sollten Sie idealerweise an drei Tagen Kot Ihres Hundes sammeln, da die Giardien nicht bei jedem Kotgang ausgeschieden werden. Ist Ihr Hund infiziert, lässt sich die Giardiose mithilfe eines Schnelltests einfach nachweisen. Der Nachweis erfolgt entweder direkt beim Tierarzt oder in einem Labor. Leben mehrere Tiere in einem Haushalt, sollten alle Tiere auf Giardien getestet werden – auch wenn noch keine Symptome der Giardiose aufgetreten sind.
Es gibt mehrere Giardien-Arten, die weltweit verbreitet sind und auch andere Tierarten wie Katzen, Meerschweinchen, Igel, Kaninchen und auch Vögel oder Reptilien befallen können. Bei Hunden tritt in den meisten Fällen der Erreger „Giardia intestinalis“ auf.
Im Lebenszyklus der Giardien wird zwischen den zwei Stadien – Trophozoiten und Zysten – unterschieden. Bei den Trophozoiten handelt es sich um die aktive, fruchtbare Form des Erregers, die sich an die Darmwand des Hundes heften und neue Zysten bilden. Die Zysten sind dann die Dauerform der Giardien. Sie sind von einer Schutzhülle umgeben und werden vom infizierten Hund ausgeschieden. Die Zysten sind sehr widerstandsfähig und gegenüber Umwelteinflüssen sehr resistent. In feuchter Umgebung können sie bis zu drei Monate außerhalb des Wirts überleben und im Kot eine Woche lang ansteckend bleiben. Nimmt der Hund diese Zysten oral wieder auf, wandeln sie sich im Darm wieder in Trophozoiten und der Kreislauf beginnt von vorne. Dabei kann bereits eine kleine Menge aufgenommener Zysten genügen, um eine Infektion und damit die Durchfall-Erkrankung auszulösen. Da die Zysten auch am After und Fell des Hundes hängenbleiben können, kann sich der Hund auch immer wieder selbst infizieren. In der Folge kommt es oft zu regelmäßig wiederkehrendem Durchfall, Blähungen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Trägheit, Erbrechen sowie zu leichtem Fieber. Die Giardien-Infektion kann allerdings auch symptomlos verlaufen.
Zeigen sich Symptome wie Durchfall, Blähungen, blutiger Kot oder Erbrechen, sollte man umgehend den Tierarzt aufsuchen. Dies gilt ebenso bei allgemeinen Krankheitsanzeichen wie Appetitlosigkeit oder leichtem Fieber. Es ist sinnvoll, gleich beim ersten Besuch eine Kotprobe mitzunehmen. Bestätigt sich der Befall des Hundes mit Giardien, kann der Tierarzt spezifische Medikamente gegen die Parasiten verordnen. Zudem erhalten Hundehalter hilfreiche Tipps zur passenden Ernährung im Krankheitsfall sowie zu wichtigen Hygienemaßnahmen im Haushalt.
Bei einer Infektion mit Giardien wird dem Hund in aller Regel der Wirkstoff Fenbendazol, der bspw. im Präparat Panacur enthalten ist, verabreicht. Das Medikament wird für drei bis fünf Tage täglich gegeben, wobei die Dosierung bei 50 Milligramm Fenbendazol pro Kilogramm Körpergewicht am Tag liegt. Circa eine Woche nach dieser Behandlung sollte eine erneute Untersuchung des Tieres stattfinden, vor allem bei fortbestehenden Symptomen. Bei erneutem Erregerwachstum muss die Behandlung wiederholt werden. Zudem wird die Wiederholung der Behandlung mit Fenbendazol nach etwa zwei bis drei Wochen empfohlen. Alternativ lässt sich die Giardiose auch mit Antibiotika wie Metronidazol, Febantel und Albendazol behandeln, die dem Vierbeiner zweimal täglich über einen Zeitraum von fünf bis sieben Tagen verabreicht werden. Auch hier kann es erforderlich sein, die Behandlung ebenfalls nach einer Woche zu wiederholen.
Um Ihren Hund bei der Genesung bestmöglich zu unterstützen, sollten Sie besondere Hygienemaßnahmen beachten. Flächen mit dem Dampfstrahler abspritzen, Decken heiß waschen, Näpfe und Spielzeug täglich mit kochendem Wasser reinigen und gut trocknen, tragen zur schnellen Genesung Ihres Vierbeiners bei, da die Zysten so entfernt werden. Waschen Sie außerdem das Fell Ihres Hundes mit Shampoo. Bei langhaarigen Hunden kann es sinnvoll sein, die Haare im Analbereich kurz zu scheren. Zusätzlich kann eine Umstellung des Futters auf eine leicht verdauliche Magen-Darm-Diät und eine ausreichende Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr zur Normalisierung des Magen-Darm-Trakts beitragen. Futterergänzung z. B. durch Ulmenrinde wirkt unterstützend.
Wichtig: Auch nach Abklingen der Symptome sollten Sie den Erfolg der Therapie mittels einer erneuten Kotprobe beim Tierarzt kontrollieren lassen, denn symptomlose Hunde mit Giardien müssen weiter behandelt werden. Leben weitere Tiere im gemeinsamen Haushalt, ist es ratsam, auch sie zu behandeln. Die Therapie muss dabei für alle gleichzeitig erfolgen. Dies gilt auch für den Fall, dass die anderen Tiere keine Symptome zeigen.
Homöopathische Mittel können bei Hunden mit Giardien-Infektion unterstützend wirken. Abronatum D2 oder D3 sowie China D4 oder D6 können Hunden mit Abmagerung durch Giardiose gegeben werden. Bei schleimigem und blutigem Kot kann Mercurius D6 oder D10 helfen.
Welpen sind durch eine Giardien-Infektion stärker gefährdet als erwachsene Hunde. Um eine lebensbedrohliche Entwicklung der Erkrankung zu vermeiden, sollte unbedingt der Tierarzt zu Rate gezogen werden. Neben der konsequenten Einhaltung der ärztlichen Behandlungsanweisungen, müssen auch strenge Hygienemaßnahmen veranlasst werden. Den Kontakt zu anderen Hunden muss man bis zur Genesung unterbinden. Wegen der Übertragbarkeit der Giardien auf den Menschen, sollte der kleine Hund auch von Kindern und anderen Kontaktpersonen soweit wie möglich ferngehalten werden. Weil Welpen meist noch nicht stubenrein sind, ist häufiges Gassi führen sehr wichtig. Bei der Beseitigung von unvermeidlichen Kotspuren im Haus, müssen Einmalhandschuhe getragen und Desinfektionsreiniger verwendet werden. Putztücher und Handschuhe im Restmüll entsorgen. Hundehalterinnen und Hundehalter sollten sich während der Erkrankung besonders intensiv um ihren Hund kümmern. Nicht zuletzt auch, um die vorübergehend wegfallenden Sozialkontakte des Jungtiers auszugleichen.
Da es in Österreich keine einheitlich geregelten Tierarzttarife gibt, kann jede tierärztliche Ordination ihre Leistungen individuell abrechnen. Als grober Richtwert gilt der von der Österreichischen Tierärztekammer im November 2025 empfohlene Stundensatz i.H.v. 172,00 € netto pro Stunde.
Bei einer Infektion mit Giardien können unter anderem folgende Postionen zusätzliche Kosten verursachen:
Abhängig von Schweregrad und Therapiedauer bewegen sich die Gesamtkosten meist zwischen 80 und 400 Euro. Bei wiederholten Behandlungen oder Kontrolluntersuchungen kann sich der Betrag entsprechend erhöhen.
Giardien sind bei Hunden so weit verbreitet, dass eine Infektion kaum zu verhindern ist. Durch eine ausgewogene Fütterung, die eine gesunde Darmflora fördert, können Sie Ihren Hund unterstützen. Zudem hält ihn viel Auslauf an der frischen Luft gesund und stärkt das Immunsystem. Im Falle einer Giardiose kommt er so besser mit dem Befall zurecht. Um andere Tiere zu schützen und die Verbreitung von Giardien insgesamt einzuschränken, sollten Sie den Kot Ihres Hundes immer einsammeln und entsorgen. Sorgen Sie außerdem immer für frisches Trinkwasser. Da Giardien bei 60 Grad absterben, sollten Sie die Utensilien des Vierbeiners regelmäßig gründlich reinigen. Oberflächen, mit denen der Hund regelmäßig in Berührung kommt, können mit einem Dampfstrahler gereinigt werden. Neben intensiver Fellpflege mit Hunde- oder Babyshampoo empfiehlt sich auch das Waschen der Hundetextilien bei mindestens 60 Grad. Vermeiden Sie außerdem verschmutzte Pfützen, Badestellen oder öffentliche Trinkgefäße, denn dort übertragen sich die Parasiten besonders leicht.
© EvaIhre Vorteile mit dem DFV-Tierkrankenschutz
Neben der auffälligen Färbung (gelber Durchfall Hund) ist der Kot während der Erkrankung auch von Schleim begleitet. "Schleimiger Durchfall Hund" sind daher für die Tierhalterin oder den Tierhalter ebenfalls deutliche Warnzeichen für eine Infektion mit Giardien.
Der Behandlungserfolg muss allerdings in jedem Fall durch eine Kotprobe beim Tierarzt überprüft werden.
In Wasser und feuchter Umgebung können die Zysten für drei Monate ansteckend bleiben. Im Kot bleiben sie für ca. eine Woche ansteckend.
Für geschwächte Tiere und Welpen können die Parasiten allerdings sehr unangenehm werden. Suchen Sie bei einem Verdacht definitiv den Tierarzt auf.
Die Übertragung der Parasiten ist in seltenen Fällen auch umgekehrt – vom Mensch auf das Tier – möglich.
Eine Schonkost-Diät vom Tierarzt ist ebenfalls empfehlenswert, da das Verdauungssystem durch den Durchfall angegriffen werden kann. Sie können Ihrem Hund z. B. Moro-Suppe kochen. Verteilen Sie die tägliche Futtermenge in mehreren kleinen Portionen, um den Darm nicht zusätzlich zu belasten.
Die Artikel im Ratgeber der Deutschen Familienversicherung sollen Ihnen allgemeine Informationen und Hilfestellungen rund um das Thema Tiergesundheit bieten. Sie sind nicht als Ersatz für eine professionelle Beratung gedacht und sollten nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Dafür sind immer Tiermediziner zu konsultieren.
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