Wenn eine OP ansteht: Versicherungsschutz für Ihren Hund
Ihre Vorteile mit dem DFV-Tierkrankenschutz
© Karoline ThalhoferDer Hauptunterschied zwischen einer Kastration und einer Sterilisation beim Hund besteht darin, wie die Fortpflanzungsorgane chirurgisch behandelt werden.
Bei einer Hündin werden während der Kastration unter Vollnarkose der Bauch geöffnet und die Eierstöcke entfernt. In einigen Fällen wird zusätzlich auch die Gebärmutter herausgenommen. Durch das Entfernen der Fortpflanzungsorgane verändert sich auch der Hormonhaushalt der Hündin und sie verspürt keinen Sexualtrieb mehr. Neben der Verhinderung einer Schwangerschaft, kann der Eingriff auch das Risiko, an Gebärmutter- und Eierstockkrebs zu erkranken, reduzieren. Zusätzlich kann es bei einigen Hündinnen leider auch zu einer Wesensveränderung oder gesundheitlichen Problemen (z.B. Aggressivität, Inkontinenz) kommen.
Bei der Sterilisation werden nur die Eileiter durchtrennt. Hier bleibt zwar die sexuelle Aktivität bestehen aber es ist keine Schwangerschaft mehr möglich. Daher ist die Wesensveränderung nach einer Sterilisation in der Regel geringer als nach einer Kastration.
Bei einem Rüden werden die Samenstränge während der Kastration, unter Vollnarkose mit Hilfe eines Schnitts in den Hodensack, abgebunden und die Hoden vollständig entfernt. Einige Hundehalter berichten, dass Ihr Rüde nach der Kastration ein niedrigeres Energielevel hat und weniger aggressiv ist.
Wenn Sie Ihren Rüden sterilisieren lassen, werden lediglich die Samenleiter durchtrennt, um eine Fortpflanzung zu verhindern. Der Sexualtrieb bleibt aber weiterhin bestehen und der Rüde kann auch in Zukunft noch versuchen, eine Hündin zu begatten. Ähnlich wie bei Hündinnen, ist die Wahrscheinlichkeit einer Verhaltensänderung nach einer Sterilisation niedriger als bei einer Kastration.
Generell ist der Zeitpunkt der Geschlechtsreife von der Rasse und Größe des Hundes abhängig. In der Regel werden kleinere Hunde schneller geschlechtsreif als Hunde größerer Hunderassen. Rüden werden, je nach Größe, zwischen 6 und 12 Monaten geschlechtsreif und verhalten sich pubertär. Sie beginnen verstärkt zu markieren, testen Ihre Grenzen in der Rangordnung aus und versuchen, ihre Mitmenschen und Gegenstände zu besteigen.
Bei Hündinnen erkennen Sie die Geschlechtsreife vor allem mit dem Einsetzen der ersten Läufigkeit, welche in der Regel zwischen 7 und 14 Monaten auftritt. Die Läufigkeit dauert ungefähr drei Wochen an und wiederholt sich alle 5 bis 7 Monate. In dieser Zeit bluten die Hündinnen und sind einige Tage nach dem Einsetzen der Blutung fruchtbar. Daher empfiehlt es sich, der Hündin in Innenräumen ein Schutzhöschen anzuziehen, damit keine Blutflecke auf Ihre Möbel tropfen können.
Eine Sterilisation und Kastration ist in der Regel ab einem Alter von 6 Monaten bei einem Hund möglich. Allerdings wird empfohlen, dass Hündinnen erst nach der ersten Läufigkeit kastriert oder sterilisiert werden sollten, da die körperliche und geistige Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist. Ein zu früher Eingriff birgt die Gefahr, dass der Hund sich nicht mehr körperlich weiterentwickelt und sich weiterhin wie ein Welpe verhält. Für jeden Hund gibt es einen bestmöglichen und individuellen Zeitpunkt für eine Kastration bzw. Sterilisation, da die Größe, Rasse und Persönlichkeit des Vierbeiners hierbei eine wichtige Rolle spielt. Lassen Sie sich am besten von Ihrem Tierarzt beraten, wann Sie den Eingriff bei Ihrem Hund vornehmen lassen sollten.
In erster Linie werden sowohl Rüden als auch Hündinnen durch eine Kastration und Sterilisation unfruchtbar. Allerdings kann sich der Eingriff auch positiv oder negativ auf die Gesundheit der kastrierten Tiere auswirken und eine Wesensveränderung mit sich bringen. Die Folgen einer Kastration und Sterilisation können von Hund zu Hund verschieden sein. So zeigen beispielweise einige Vierbeiner nach dem Eingriff ein weniger aggressives Verhalten, wohingegen andere aggressiver gegenüber Menschen und anderen Rüden reagieren.
Oftmals spielt aber auch die Persönlichkeit Ihres Haustiers und weitere äußere Faktoren eine wichtige Rolle bei einer Veränderung des Verhaltens. Damit Sie einen Überblick zu den Auswirkungen einer Sterilisation und Kastration erhalten, haben wir einige Vor-und Nachteile für Sie zusammengestellt:
| Vorteile | Nachteile |
| Keine unerwünschte Schwangerschaft/Scheinträchtigkeit/ Fortpflanzung | Narkose- und Operationsrisiken |
| Risiko von Tumoren und Erkrankungen an den Geschlechtsorganen sinkt | Risiko für Fettleibigkeit, Harninkontinenz, ein schwächeres Immunsystem und Tumorerkrankungen an den Knochen steigt |
| Wesensveränderung: Reduzierung von aggressivem und territorialem Verhalten bei einigen Hunden | Wesensveränderung: Niedrigeres Energielevel, gesteigerte Aggressivität bei einigen Hunden |
Die Behandlung einer Kastration bzw. Sterilisation ist ein Routineeingriff und verläuft in den meisten Fällen ohne Komplikationen. Damit Sie sich ein besseres Bild vom Behandlungsablauf machen können, haben wir die einzelnen Schritte für Sie zusammengefasst:
Wer sich noch nicht ganz sicher ist, ob er seinen Hund kastrieren oder sterilisieren lassen möchte, kann mit Hilfe eines Kastrationschips eine vorübergehende Unfruchtbarkeit erreichen. Bei der chemischen Kastrationsmethode wird ein Hormonchip in den Nackenbereich des Hundes eingepflanzt, der den Hund sechs bis zwölf Monate lang chemisch kastriert. Das Verhalten des Hundes ist nach dem Eingriff ähnlich wie nach einer herkömmlichen Kastration. Er verspürt über diesen Zeitraum keinen Sexualtrieb mehr und wirkt eventuell zurückhaltender. Die Methode der chemischen Kastration hilft, zu entscheiden, ob Sie Ihren Vierbeiner vollständig kastrieren lassen möchten. Zudem ist keine Vollnarkose notwendig und der Eingriff nicht übermäßig schmerzhaft für den Hund. Allerdings kommt diese Methode eher bei Rüden in Frage, da sie bei Hündinnen gesundheitliche Probleme auslösen kann.
Die Kosten für eine Sterilisation bzw. Kastration richten sich in Österreich nach den individuellen Preisen der Tierarztpraxis. Einfluss auf den Gesamtpreis haben unter anderem der Einsatz von Narkosemitteln, benötigte Medikamente, Verbandsmaterialien sowie das Geschlecht des Hundes. Zusätzlich können – abhängig vom Gesundheitszustand – weiterführende Vor- oder Nachuntersuchungen notwendig sein, die weitere Kosten verursachen.
Bei Hündinnen liegen die Kosten für eine Kastration in der Regel zwischen 500 € und 900 €. Dabei spielt auch die gewählte Methode eine Rolle: Ein endoskopischer Eingriff ist in der Regel teurer als die klassische Operation. Die Kastration eines Rüden ist weniger aufwendig und kostet meist zwischen 200 € und 450 €. Der Eingriff ist bei männlichen Tieren technisch einfacher durchzuführen, da die anatomischen Verhältnisse weniger komplex sind und das Risiko innerer Blutungen geringer ist als bei Hündinnen.
Grundsätzlich gilt: Bei jungen, gesunden Hunden ist das Narkoserisiko geringer. Dadurch entfallen oftmals umfangreiche Voruntersuchungen, was sich auch kostensenkend auswirkt. Vor der Operation werden alle relevanten Gesundheitsdaten des Tieres erfasst und etwaige Risiken sorgfältig abgewogen. Anschließend erstellt die tierärztliche Ordination einen individuellen Kostenvoranschlag.
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Es gibt keine klare Empfehlung, wann der richtige Zeitpunkt für eine Sterilisation bei einer Hündin ist, da hierbei die individuellen Bedürfnisse und die Rasse eine wichtige Rolle spielen. Tiermediziner empfehlen, dass die Sterilisation erst nach dem Einsetzen der ersten Läufigkeit vorgenommen werden soll, da die körperliche Entwicklung der Hündin vorher noch nicht abgeschlossen ist.
Der Unterschied zwischen den beiden Eingriffen ist, dass bei der Sterilisation die Eileiter bzw. die Samenleiter lediglich durchtrennt und bei der Kastration die Fortpflanzungsorgane entfernt werden. Zudem bleibt der Sexualtrieb der Hunde nach einer Sterilisation weiterhin erhalten. Bei der Kastration hingegen wird die Produktion verschiedener Hormone vollständig gestoppt und der Sexualtrieb bleibt nicht bestehen. Auch ist die Wahrscheinlichkeit einer Wesensveränderung des Hundes nach einer Kastration höher, da der Hormonhaushalt des Tieres stark beeinflusst wird.
Der Hormonspiegel der Hündin sinkt, da die Eierstöcke und Gebärmutter bei einer Kastration entfernt werden. Hierbei kann insbesondere der Mangel an Sexualhormonen (z.B. Östrogen und Progesteron) zu einer Wesensveränderung der Hündin führen. Einige Hündinnen werden anhänglicher und aggressiver als vor der Kastration.
Bei der Sterilisation werden die Eileiter durchtrennt, sodass die Eizellen nicht in die Gebärmutter gelangen können. Die Hormonproduktion bleibt aber weiterhin bestehen. Aufgrund dessen fallen Wesensveränderungen geringer aus als bei einer Kastration. Einige Hündinnen werden nach einer Sterilisation ruhiger, wohingegen andere nach einer Sterilisation keine Veränderungen im Verhalten zeigen.
Die Artikel im Ratgeber der Deutschen Familienversicherung sollen Ihnen allgemeine Informationen und Hilfestellungen rund um das Thema Tiergesundheit bieten. Sie sind nicht als Ersatz für eine professionelle Beratung gedacht und sollten nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Dafür sind immer Tiermediziner zu konsultieren.
Unsere Inhalte werden auf Basis aktueller, wissenschaftlicher Studien verfasst, von einem Team aus tiermedizinischen Fachpersonal und Redakteuren erstellt, dauerhaft geprüft und optimiert.
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